EuroCIS 2016
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EuroCIS 2016 – Die Technologietrends im Retail auf einen Blick

Europas bedeutendste Messe für Technologien im Handel fand erneut in Düsseldorf statt. Mit zahlreichen Ausstellern und Fachpublikum aus Deutschland, Benelux, Großbritannien, Italien, Österreich und der Schweiz. In diesem Blogbeitrag werden die wichtigsten Trends der Branche vorgestellt, meine Eindrücke aus den diversen Gesprächen zusammengefasst und aufgezeigt, welche Lösungen bei der IBM eine Rolle gespielt haben.

Drei Tage lang konnten sich Aussteller und Besucher aus der Einzelhandels- und E-Commerce- Branche zu den neuesten Themen austauschen. Neben den ansprechenden Messeständen, wurden eine ganze Reihe von Technologien vorgestellt, welche in der Zukunft des Handels eine große Rolle spielen werden. Bei meinem Gang über das Messegelände sind mir einige Trends besonders aufgefallen.

Moderne Technologien machen den stationären Handel fit für die Zukunft

Self CheckoutBesonders auffällig waren jene Messestände mit großen Kassenbereichen. Erst auf den zweiten Blick fiel auf, dass dort keine Kassierer mehr zu sehen waren. Das Stichwort in diesem Zusammenhang ist „Self Checkout“, bekannt aus dem ein oder anderen schwedischen Möbelhaus. Dort muss man allerdings noch selbst einscannen und sich darum kümmern, dass alles korrekt erfasst wird. Abhilfe schaffen hier die auf der Messe vorgestellten Lösungen, bei welchen die Produkte auf dem bekannten Kassenband einen Tunnel durchqueren und dabei gescannt werden.

Der Ablauf bleibt für den Kunden der gleiche – Ware auf das Band legen, bezahlen und vom Band wieder in den Einkaufswagen legen. Die Kassier-Tätigkeit übernimmt die Self-Checkout Lösung.

Eine weitere Technologie war ebenfalls an mehreren Magic MirrorStänden vertreten, nämlich die so genannten „Magic Mirrors“. Dabei können etwa Kleidungsstücke virtuell anprobiert oder Bilder davon auf Social Media Kanälen geteilt werden. Aber auch eine neue Art der Interaktion mit Kunden kann mit solchen Technologien angestoßen werden. So genannten Digital Signage Displays können Kunden animieren, sich mit dem Produkt zu beschäftigen. Eine virtuelle Person kann die  potentiellen Interessenten direkt ansprechen und beraten. Zu Digital Signage zählen etwa Bildschirme und Displays in Geschäften, mit ansprechenden Inhalten für die Kunden. Diese Lösungen basieren auf verschiedenen Kamera- Technologien, wie beispielsweise die Kinect.  Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten, schauen Sie doch mal in diesen Blogbeitrag.

Eine weitere Technologie, welche mir mehrmals begegnete, ist „RFID“ (Radio Frequency Identification).  RFID bezeichnet eine Technologie für Sender-Empfänger-Systeme zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren von Objekten mit Radiowellen. Dabei gibt es diese schon seit einigen Jahren und sie sind bei verschiedenen Industrien im Einsatz oder in der Erprobung. Auf der Messe bin ich auf zwei neue Ansätze aufmerksam geworden.

Ein österreichisches Startup hatte hier die Idee, wiederverwendbare Stofftaschen mit RFID auszustatten. Vorteil ist neben der guten Ökobilanz, dass man für das wiederholte Betreten eines Geschäftes automatisch Treuepunkte sammelt. Diese Punkte könnten später gegen Vergünstigungen eingetauscht werden. Noch ist die Idee nicht umgesetzt, aber die  Plattform „für gute Taten“ besteht bereits.

EinenRFID weiteren Einsatz von RFID habe ich beim letzten Rundgang auf der Messe entdeckt. Die meisten Stände waren schon im Abbau, da fiel mir noch ein Stand ins Auge. Von der Decke hing eine weiße Box und eine Vielzahl von dünnen Papp-Aufstellern stand auf einer Erhöhung auf dem Boden. Diese Papp-Aufsteller stellten Waren, wie T-Shirts oder Hosen dar, welchen ein RFID Preisschild angeheftet war. Diese dünnen RFID Streifen sind dabei nicht größer als traditionelle Preisschilder oder konventionelle Sicherungsetiketten. Die  stationäre Box an der Decke dient dabei dem Diebstahlschutz, weil mit ihr nachverfolgt werden kann, wohin sich die Ware bewegt. Damit ist sichergestellt, dass unbezahlte Ware den Laden nicht verlässt. Außerdem wird der Artikel in der Datenbank in Echtzeit als verkauft vermerkt und es erfolgt eine Freigabe an das Kontrollsystem, damit der Kunde den Laden mit dem Produkt verlassen kann. Daneben gibt es Handgeräte, die es dem Verkäufer im Laden ermöglichen, mit einem Abstand von bis zu zwei Metern, über das Regal zu fahren, um eine Inventur zu machen oder um eine bestimmte Größe zu suchen. Am besten veranschaulicht das Ganze nochmal das folgende Video.

Wettbewerbsvorteile durch kognitive Lösungen im Retail und E-Commerce

Auch am Stand der IBM waren zukunftsweisende Technologien ein Thema. Neben den leckeren Smoothies powered by Watson gab es vier große Themengebiete: Watson/Analytics, Mobile, Commerce und Marketing/Merchandising.

  • Durch Watson, der kognitiven Technologie von IBM, sind neue Möglichkeiten in der Interaktion mit Kunden gegeben. Wie aus dem vorherigen Blogbeitrag bekannt,  ist eine Kundenberatung durch Watson bereits bei einem Outdoor Bekleidungshersteller im Onlineshop in den USA im Einsatz. Diese Idee kann auch im stationären Handel durch festinstallierte iPads umgesetzt werden, um in den Stoßzeiten die Verkäufer zu entlasten und trotzdem alle Kunden kompetent zu beraten. In anderen Ansätzen werden Watson Dienste wie Visual Recognition oder Personal Insights genutzt, um Digital Signage im Laden, mit Hilfe von Analytics, gezielt  an die individuelle Kundensituation anzupassen.
  • Bei Mobile ging es unter anderem um die Partnerschaft mit Apple. Es wurden Lösungen vorgestellt, bei denen der Mitarbeiter im Store mit iPads ausgestattet wird. Auf diesen iPads können dann mobile Bluemix Apps genutzt werden. Hier kommen auch Services wie Presence Insights  ins Spiel. Kunden können via Bluetooth Beacons oder Wifi getrackt werden. Der Mitarbeiter sieht auf seinem iPad anhand von Heatmaps die Besucherströme und kann durch entsprechende Warenpositierung im Store den Umsatz von diversen Produkten optimieren. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Lösung für das Thema Mobile Security auf Basis von MAAS360 aufgezeigt.
  • Im Commerce Bereich ging es unter anderem um Onlineshops mit Websphere. Mit Integration von Social Media Plattformen, Search, Precision Marketing, Discount, Promotion und anderen Funktionalitäten – alles auf einer Plattform. Auch globale Onlineshops in diversen Sprachen und Währungen können zentral verwaltet werden.
  • Im Marketing und Merchandising ging es um das Entwickeln und Fördern von Kundenbeziehungen durch „Omni-Channel-Marketing“. Mithilfe der IBM Marketinglösungen für das kanalübergreifende Kampagnen-Management können Sie Tausende – oder Millionen – von Interessenten und Kunden am richtigen Ort, zum optimalen Zeitpunkt und über den passenden Kanal mit der relevanten Botschaft angesprochen werden. Zudem wurde hier auch das Thema Dynamic Pricing behandelt, mehr dazu im Blogbeitrag zu diesemThema.

Neben den erwähnten Retail-spezifischen Lösungen, war auch Cloud ein Thema. Denn auch Retail Unternehmen können durch neue Mobile- oder Web-Apps einen Mehrwert für den Kunden generieren.  Als Plattform  für Ihre Ideen dient hier Bluemix. In der Diskussion mit verschiedenen Unternehmen aus Möbel-, Textil- oder anderen Handelsbranchen kristallisierten sich klare Ideen für Anwendungen heraus. Diese gilt es nun in Angriff zu nehmen, um den Kunden ein multimediales Einkaufserlebnis zu garantieren und sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

IBM @ EuroCIS 2016

Chance verpasst? Next Stop CeBIT!

Die EuroCIS war mal wieder ein Highlight für alle Beteiligten der Retail Industrie. Es wurden wegweisende Trends und Technologien vorgestellt, welche Ihnen beim nächsten Shopping-Trip begegnen werden. Nun sind die Unternehmen der Branche gefragt, den ersten Schritt zu machen und die Kunden positiv zu überraschen.

Falls Sie mehr zu den zuvor erwähnten Technologien und Cloudlösungen wissen möchten, kommen Sie auf die CeBIT 2016. Am Stand der IBM freuen wir uns auf spannende Diskussionen. Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar oder kontaktieren Sie mich direkt hier.

CeBIT 2016

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